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Einstellen und Kontrolle der Zündung des
1600i
BITTE DIESE EINSTELLUNG NUR NOCH MACHEN, WENN EINE
GRUNDEINSTELLUNG UNMÖGLICH IST !!! Durchlesen könnt ihr den Text
trotzdem, aber er hat speziell beim Zündzeitpunkt einen Fehler (10.4.2007
mg)!
Bitte
die Zündung wenn möglich mit der einfachen Methode einstellen
Erstmal die Theorie
Da der 1600i die Zündung normalerweise mit einem Programm innerhalb
des Steuergerätes automatisch nachregelt, führen die meisten Versuche
der traditionellen Verstellung des Verteilers zu keinem vernünftigen
Ergebniss. Was also tun ? Man muss dem Steuergerät "sagen", dass es
die Zündung nicht nachregeln soll. Dies geht indem man den Anschluss
für den Motor-Temperatursensor abnimmt. Danach befindet sich das
Steuergerät in einem Modus, der ein Nachregeln der Zündung nicht
erlaubt. Aber warum muss man jetzt auch noch auf ca. 1500 U/min. gehen, um
die Zündung einzustellen bzw. kontrollieren ? Auch daran ist wieder
das Steuergerät "schuld". Das Steuergerät kennt für die
verschiedenen Betriebszustände des Motor verschiedene Methoden um diese
zu regeln. Solange man z.B. im Leerlauf ist, verwendet das Steuergerät
spezielle Kennfelder u.a. auch für die Zündung die nur für
den Leerlauf hergenommen werden. Diese sagen aber über den normalen
Fahrbetrieb nicht unbedingt etwas aus. Deswegen also muss man die Zündung
bei 1500 U/min. testen, damit befindet sich das Steuergerät sicher in
dem für den normalen Fahrbetrieb verwendeten Kennfeld und zwar genau
dort, wo es 6° v.OT haben muss. Geht man mit der Drehzahl noch um einiges
höher, befindet man sich schon wieder an einer ganz anderen Stelle.
Damit wäre die Theorie mal abgehandelt, bleibt noch das Tun
übrig.
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Alles herrichten was wir brauchen: Einen 10'ner Steckschlüssel um evt.
den Verteiler zu verstellen, das Stroboskop anschliessen, Drehzahlmesser
oder VAG-COM mit Interface anschliessen und starten. Wer ein Stroboskop mit
Gradeinstellung hat, stellt dies auf 6° v.OT. Die andere Methode ist
ein "normales" Stroboskop und eine zusätzliches Markierung an der
Riemensscheibe. Dies hat einen Radius von 90mm. D.h. der Umfang beträgt
ca. 565mm. Geteilt durch 360 mal 6 ergibt dann ca. 9,4mm Abstand zur Kerbe
für 6° v.OT und ca. 14,1mm für 9° v.OT.
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Als erstes den Motor betriebswarm machen, d.h. eine Öltemperatur von
ca. 90°C
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Mit einem Blick auf den Drehzalmesser oder VAG-COM Messwertblock 1 die Drehzahl
auf ca. 1.500 U/Min. erhöhen. Am besten einen kleinen Keil oder
ähnliches zwischen den Gasanschlag stecken.
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Jetzt den Stecker vom Motor-Temperaturfühler (auf der linken Seite am
Zylinderkopf) abziehen. Dazu die Klammer rechts und links des Steckers an
das Steckergehäuse drücken und ziehen. Die Drehzahl des Motors
fällt jetzt ab. Dies bitte sofort korrigieren und die Drehzahl wieder
auf ca. 1500 U/Min. bringen und diese Stellung des Gaszuges wieder fixieren.
Ab jetzt kommt der Motor sehr schwerfällig auf Touren.
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Mit einem Blick auf den Drehzalmesser oder VAG-COM Messwertblock 1 die Drehzahl
auf ca. 1.500 U/Min. erhöhen. Bei dieser Drehzal mit dem Stroboskop
die Riemenscheibe oben anblitzen. Dabei muss, wenn alles stimmt, die Kerbe
in der Riemenscheibe genau mit der Trennfuge des Motorgehäuses fluchten.
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Wenn das nicht stimmt die 10'ner Mutter am Fuß des Verteilers leicht
öffnen. Jetzt lässt sich der gesamte Verteiler nach links und rechts
drehen. Das sollten wir jetzt auch tun, bis die Kerbe wie erwähnt fluchtet.
Dann die Mutter wieder festziehen und die Zündung nochmal kontrollieren.
Manchmal verstellt sich der Verteiler durch das Festziehen der Mutter.
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Solange der Motor noch läuft den Stecker des Temperatursensor wieder
aufstecken.
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Und schon wäre alles erledigt. Bei Motoren ohne Tuningchip kann man
die Zündung auch um ca. 3° vorverstellen. Dies ist auf meiner
Riemenscheibe mit dem rechten Strich markiert. Dadurch erreicht man evt.
etwas mehr Leistung. Allerdings geht diese Vorverstellung im Gegensatz zu
einem Tuningchip linear über den ganzen Bereich des Zündkennfeldes.
Wenn man dies bei Tuningchips verstellt, muss man sehr aufpassen, damit der
Motor nicht die Klopfgrenze erreicht.
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Zum Schluß sollte unbedingt nochmal der Fehlerspeicher gelesen und
evt. gelöscht werden. Sollte sich das Steuergerät das Fehlen des
Signals vom Temperatursensor gemerkt habe, läuft der Motor nämlich
nur noch im Notbetrieb und die ganze vorherige Aktion der Zündeinstellung
war mit ziemlicher Sicherheit umsonst. Das heißt, wenn ein Fehler im
Fehlerspeicher ist, am besten wieder von vorn anfangen. Übrigens geht
dieser Fehler nur durch explizites Löschen des Fehlerspeichers wieder
weg.
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Wenn bis dato alles erfolgreich verlaufen ist, ist die Zündung mechanisch
korrekt eingestellt. Jetzt wird noch das Steuergerät an die eingestellte
Zündung angepasst. Die geschieht durch eine
Grundeinstellung
des Steuergerätes.
Und jetzt viel Erfolg und über Rückmeldung würde ich mich
wie immer freuen.
Ist noch etwas unklar oder schlecht formuliert? Dann schickt mir doch einen
"Verbesserungsvorschlag", nur so wird eine Beschreibung besser.
last change 8.9.2006 mg